Veranstaltungsreihe – Kritische Sozialarbeit

Der Sozialsektor erfährt unter Euphemismen wie Qualitätsicherung, Neue Steuerungsmodelle, Effizienzsteigerung und weiteren, zunehmend eine Vermaktwirtschaftlichung. Auch soziale Einrichtungen konkurrieren heute um jeden Euro, ganz nach dem Motto „Wer machts billiger und passt sich den gesellschaftlichen Erwartungen besser an?“ Soziale Probleme werden zunehmend individualisiert, wie beispielsweise am Prinzip „Fördern und Fordern“ im SGB II zu erkennen ist. Dabei werden die gesellschaftlichen Verursachungszusammenhänge dieser Probleme ignoriert. Auch die gängige Praxis der Sozialen Arbeit „behandelt“ nur die „Symptome“ sozialer Probleme und unterwirft sich den herrschenden Verhältnissen und stabilisiert sie durch ihre integrierende Praxis gegenüber Ausgegrenzten.
Kritische Soziale Arbeit möchte sich dem entgegenstellen. Sie sieht die Verursachung sozialer Probleme nicht zuletzt in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, und sucht nach Alternativen zur etablierten Sozialen Arbeit, mit denen nicht mehr die Klient_Innen primär an die gesellschaftlichen Verhältnisse angepasst werden, sondern auch letzgenannte zum Gegenstand der Kritik und verändert werden sollen.
Um dieses Ziel zu erreichen, versucht kritische Soziale Arbeit eine selbstbestimmte Praxis zu schaffen und engagiert sich auch politisch.

Die Veranstaltungen finden jeweils um 18:15 Uhr in der FH Erfurt im Raum 3.E.07 Haus 3 statt.

07.11.2011 Was heißt kritische Soziale Arbeit heute
Prof. Dr. Peters

28.11.2011 Kritische Soziale Arbeit in Theorie und Praxis
Prof. Dr. Bettinger

12.12.2011 Kinderarmut und kritische Soziale Arbeit
Prof. Dr. Chassé

AKS