Wer ist eigentlich diese LiSE?
Wir sind eine Gruppe von Menschen die sich momentan in einem Bildungskontext befinden. Uns eint die Ansicht, dass wir uns in einem System bewegen, welches von Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnissen geprägt ist und sich durch Zwangsverhältnisse reproduziert.
Dabei stört uns besonders die grenzenlose Konkurrenz im Kapitalismus, durch die nicht nur in der Wirtschafts- und Arbeitswelt, sondern auch in Bildung und Ausbildung, ja sogar im Privaten die Solidarität der Menschen füreinander schwindet. Wir wollen nicht weiter tatenlos mit ansehen, wie der Kapitalismus menschliches Leben auf seinen vermeintlichen Leistungswert reduziert und somit ver- und entwertet.
Außerdem ist die kapitalistische Gesellschaft von tiefen Widersprüchen geprägt. Wir sollen uns möglichst gut ausbilden lassen, aber es gibt weder genug Studienplätze noch Chancengleichheit im gesamten Bildungswesen. Wir sollen eine „Familie“ gründen, aber der Lohn aus den prekären Jobs, die uns geboten werden, reicht dafür nicht aus. Wir sollen an politischen Prozessen partizipieren, aber sobald wir zivilen Ungehorsam praktizieren, werden wir Repressionen ausgesetzt. Wir sollen arbeiten, aber es gibt nicht genug Arbeitsplätze. Darüber hinaus wird diese Problematik individualisiert und dem Arbeitslosen als Sündenbock zugeschrieben, der daraufhin vermeintlich zu Recht gegängelt und sanktioniert wird. Solch eine verzerrende Schuldzuweisung wollen wir nicht mittragen.
Aus diesen und weiteren Gründen suchen wir nach Alternativen zur bestehenden Ordnung, denn:
Das kapitalistische System marginalisiert und grenzt aus. Das kapitalistische System unterdrückt und bestraft. Das kapitalistische System reduziert und beutet aus. Wir haben es satt das kapitalistische System weiter zu dulden!!!

Was will LiSE?

LiSE versucht auf Bildungsebene wie auch im Alltag menschenverachtende Einstellungen offenzulegen, Ursachen zu benennen und dagegen anzukämpfen. Wir wollen Denkperspektiven fernab von politischem Konservatismus und traditionellem Deutschtum anbieten. Menschen sollen das Denken wieder selbst in die Hand nehmen und aufgerüttelt werden, um sich kritisch mit der bestehenden Gesellschaft und ihrem Wertesystem in allen Facetten auseinanderzusetzen. Wir möchten uns beteiligen, eine solidarische und emanzipierte Gesellschaft mit aufzubauen, um autoritäre, reaktionäre und ökonomische Ordnungen der kapitalistischen Verwertungslogik endgültig Geschichte werden zu lassen.

Wie will LiSE ihre Ziele erreichen?

Wir sind eine bewegungsorientierte Gruppe, die auch lokal intervenieren möchte. Wir entscheiden basisdemokratisch und im Konsens. LiSE möchte sich aktiv in Bündnisse einbringen, welche unsere emanzipatorischen Vorstellungen teilen. Die Gruppe versteht sich als Bewegungs- und anlassbezogen. Dabei ist es uns wichtig, sich kritisch mit Kooperationen und mit uns selbst auseinanderzusetzen. Unser Anspruch ist es, gesamtgesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen und zu bearbeiten. Die Mitarbeit in Bündnissen ist somit ein zentraler strategischer Teil unserer politischen Arbeit. Wir wollen uns mit Standpunkten aus der radikalen Linken auseinandersetzen, daran anknüpfend eigene Positionen entwickeln und diese in andere gesellschaftliche Bereiche tragen. Durch das intervenieren in aktuellen und sozialen Kämpfen möchten wir emanzipatorische Bewusstseinsprozesse forcieren und zum Ausdruck bringen. Wir sehen darin eine Strategie, die gesellschaftliche Isolation, sowie Stereotype, welche über die Haltung radikaler linker Strömungen bestehen, zu überwinden.
LiSE soll Platz bieten für Entwicklungen und kontroverse Diskussionen. Wir betrachten aber organisierte politische Arbeit nicht als reinen Zeitvertreib, sondern erwarten voneinander motiviertes und solidarisches Verhalten. Nichtsdestotrotz liegt es an jeder Person selbst, wie sie sich in die Gruppe einbringen möchte.
Unsere Zielgruppe sind alle Menschen die im Ausbildungsprozess stecken und/ oder interessiert sind, sich außerhalb von formalen Bildungsinstitutionen weiterzubilden bzw. sich mit linksradikaler Politik auseinanderzusetzen, um diese im Alltag zu etablieren.